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Direkte Steuern

Jeder, der Einkommensteuer, Lohnsteuer oder Abgeltungsteuer zahlen muss zahlt auch direkte Steuern. Doch was sind direkte Steuern und was unterscheidet sie von indirekten Steuern?

Direkte Steuern sind immer Steuern, bei denen die Person, die die Steuer bezahlen muss und die Person, die sie abführt, identisch sind. Das ist bei der Einkommenssteuer, der Körperschaftssteuer, der Abgeltungsteuer / Kapitalertragsteuer oder bei dem Solidaritätszuschlag / Soli der Fall. Aber auch die Hundesteuer und andere private Verbrauchssteuern sind direkte Steuern.

Alle Steuern, die zwar mit bezahlt werden müssen, aber die nicht von der Person, die sie auch an das Finanzamt abführen muss, sind indirekte Steuern, da sie nicht direkt von derselben Person erhoben und bezahlt werden.

Als Beispiel zur Unterscheidung eignen sich sehr gut die Kfz Steuer (direkte Steuer) und die Mehrwertsteuer (indirekte Steuer).

Jeder, der ein Kraftfahrzeug angemeldet hat, muss hierfür pro Jahr die Kfz Steuer an das Finanzamt überweisen. Die Kfz Steuer ist stets an den Halter gebunden – und dieser muss sie auch bezahlen und ist für das Finanzamt der Steuerschuldner, vom dem sie das Geld eintreiben würde, wenn es nicht bezahlt wird. Die direkte Steuern werden somit immer direkt vom Steuerschuldner erhoben und bezahlt.

Die Mehrwertsteuer, egal ob gemindert oder nicht, muss von jedem bei einem Einkauf, Dienstleistungen oder sonstigem Vertragsschluss bezahlt werden – sie wird aber nicht wie die Kfz Steuer auch direkt vom Käufer an das Finanzamt überwiesen, sondern dieser Pflicht muss der Verkäufer nachkommen. Damit entrichtet man indirekte Steuern, denn man muss zwar die Steuer bezahlen, aber sie wird indirekt vom Vertragspartner an das Finanzamt überwiesen.

Direkte Steuern wie die Kfz Steuer bieten den Vorteil, dass für den Steuerzahler sofort ersichtlich ist, was er an Steuern zu zahlen hat, während indirekte Steuern, man denke an Brutto und Nettopreis, schwerer zu erfassen sind.

Der Vorteil für den Staat ist, dass direkte Steuern ein fest kalkulierbarer Wert für das Finanzamt sind, denn wer einen bestimmten Betrag verdient muss einen fest definierten Satz davon abführen.

Indirekte Steuern sind für den Staat schwerer kalkulierbar, da er nicht beeinflussen kann, wie viel Güter vom Steuerzahler letztendlich im Jahr gekauft werden oder nicht. Sie dienen hauptsächlich dazu, eine Lenkungswirkung zu entfalten, z. B. bei der Mineralölsteuer oder Tabaksteuer. Denn je teurer ein Gut ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass große Mengen davon verkauft werden.