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Lohnsteuerhilfeverein – lohnt sich die Mitgliedschaft?

Es ist nicht unüblich, dass man mit seiner Einkommensteuererklärung alleine nicht gut zu Recht kommt. Einige Steuerpflichtigen nutzen als Hilfestellung eine Steuer-Software, andere suchen sich einen Steuerberater. Es ist jedoch auch möglich, Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein zu werden – doch nicht allen Steuerzahlern steht der Weg in einen solchen Verein offen, die Mitgliedschaft unterliegt gewissen Voraussetzungen.

Grundlegend ist, dass der Steuerpflichtige ein Angestellter, Arbeitnehmer, Beamter, Unterhaltsempfänger, Rentner oder Arbeitssuchender ist und damit entsprechend Gehalts- bzw. Lohnempfänger oder generell Bezieher von Einkünften aus regelmäßig wiederkehrenden Bezügen. Dabei ist jedoch wichtig, dass Einnahmen, die man zusätzlich hat, also zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalanlagen, die Grenze von 13000 Euro bzw. 26.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten wie verheirateten Personen nicht überschreiten.

Ausgeschlossen von einer Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein sind Personen, deren Umsätze umsatzsteuerpflichtig sind, die einer selbständigen Arbeit nachgehen oder ein Gewerbe haben, die Einkünfte aus Landwirtschaft bzw. Forstwirtschaft haben und deren zusätzlichen Einkünfte oberhalb der vorgegeben Grenzen liegen.

Die Kosten für die Mitgliedschaft richtet sich zunächst einmal nach dem steuerrelevanten Einkommen des Mitgliedes, das heißt, sie sind sozial gestaffelt: je höher die Einkünfte, desto höher sind auch die jährlichen Gebühren für den Lohnsteuerhilfeverein. Allerdings verlangt nicht jeder Lohnsteuerhilfeverein die gleichen Gebühren, die Kosten sind allerdings relativ ähnlich und unterscheiden sich meistens nur um zehn bis dreißig Euro. So zahlt man zum Beispiel mit einem Einkommen von 10.000 Euro beim Verein Deutsche Lohnsteuerhilfe e.V. 45 Euro jährlich, beim Verband der Lohnsteuerzahler e.V. 55 Euro pro Jahr. Hinzu kommt in aller Regel eine einmalige Aufnahmegebühr, die zwischen 10 und 20 Euro liegt.

Inwiefern sich die Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein für Steuerpflichtige lohnt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich, in vielen Fällen handelt es sich um eine recht einfach zu durchschauende Einnahmen- und Ausgabensituation, so dass man die Steuererklärung auch gut mit Hilfe einer Steuer Software erledigen könnte – manchmal beschränken sich die Probleme auf einfache Ausfüllschwierigkeiten der Formulare, in solchen Fällen wäre eine Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein zum Beispiel vollkommen überzogen und das kostenlose Elster Portal ausreichend, um die offenen Fragen zu klären. Je umfangreicher die Einnahmen und Zusatzeinkünfte jedoch sind, desto mehr Sinn macht es auch, sich steuerliche Beratung zu suchen, um die Steuerlast zu senken. Wer dann die recht hohen Gebühren, die ein Steuerberater im Durchschnitt verlangt, scheut, für den ist ein Lohnsteuerhilfeverein genau die richtige Wahl.