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Rohstoffwerte sind als Anlageform interessant und (noch) steuertechnisch simpel

Die Preise für an der Börse gehandelte Rohstoffe schwanken ebenso heftig wie die Anteile jedes börsennotierten Unternehmens. So stürzten vor etwa fünf Jahren die meisten Rohstoffpreise um bis zu 50 Prozent (Kupfer) ab. Mittlerweile haben sich die Rohstoffwerte jedoch wieder erholt. Rohstoff-Investments erfreuen sich insbesondere bei strategisch denkenden Anlegern wieder wachsender Beliebtheit. Zwei Gründe sind es vor allem, welche für diese Anlageform sprechen:

Der Erwerb von Rohstoffen als Geldanlage

Wer Rohstoffwerte als Geldanlage erwerben möchte, dem stehen vier Wege offen.

1. Börsennotierte Rohstoff-Zertifikate

Diese Rohstoff-Wertpapiere bilden die aktuellen Marktpreise einzelner Rohstoffe wie etwa Öl oder Kupfer ab. Rohstoff-Zertifikate werden an den Börsen genauso gehandelt wie andere Wertpapiere. Sie unterliegen allerdings damit auch dem Emittentenrisiko. Geht der Emittent (sprich der Zertifikat-Ausgeber) Konkurs, erleidet der Zertifikatsbesitzer einen Totalverlust. Um dieses Risiko auszuschalten, können Anleger sogenannte physisch hinterlegte ETCs kaufen. Bei denen existieren die abgebildeten Rohstoffmengen real. Sie dürfen auch nicht beliehen werden und lagern bei Treuhändern.

2. Rohstofffonds

Rohstoff- oder ETF-Fonds (ETF = Exchange Traded Funds) sind gebündelte Rohstoffwerte, die sich auf Basis eines Index entwickeln und damit zu den Indexfonds zählen. Der Wert des Fonds entspricht stets seiner Indexentwicklung. Der weltweit bekannteste Rohstoffindex heißt GSCI (Goldman Sachs Commodity Index). Er enthält die Preise von zwei Dutzend Rohstoffen wie etwa Öl oder Vieh.

3. Aktien von Rohstofffirmen

Auch der Erwerb von Aktien einer Rohstofffirma zählt zu den Rohstoffanlagen. Hier kauft der Investor börsennotierte Anteile beispielsweise von Erzeugergenossenschaften oder Minenbetreibern.  Allerdings richtet sich der Aktienwert hierbei allenfalls indirekt nach den Rohstoffpreisen, entscheidend für den Kursverlauf ist stattdessen die Unternehmensentwicklung.

4. Der reale Rohstofferwerb

Schlussendlich könnte der Anleger den Rohstoff auch  „physisch“, also real einkaufen. Dies macht natürlich wenig Sinn bei Rohstoffen, die in Tonnen gehandelt werden wie etwa Getreide oder Aluminium. Anders bei Edelmetallen und Edelmineralien wie etwa Diamanten. Diese wiegen in der Regel nur wenige Gramm und lassen sich (abgesehen von der Diebstahlsgefahr) problemlos daheim aufbewahren. Wer sich als Anleger für Diamanten interessiert, sollte allerdings einiges beachten, denn damit lässt sich auch viel Geld verlieren.

Beim Diamantenhandel ist Vorsicht geboten

Seit gut acht Jahren stagnieren die Diamantenwerte zwar bei leicht fallender Tendenz, sie gelten jedoch nach wie vor als Krisenwährung bei einer geringen Preisschwankungsbreite.  Es gibt vier Kriterien, die die den Diamantwert  maßgeblich bestimmen. Man spricht hier von den „4 C“, dies sind Color (Farbe), Carat (Karat, also Gewicht), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff). Der allerwichtigste Faktor beim Diamantenkauf ist jedoch das von einem seriösen Institut ausgestellte Zertifikat, in dem diese vier „C“ geprüft und taxiert werden. Fehlt dieses Zertifikat, ist die Gefahr groß, dass der Wert des Steins falsch taxiert wurde und es sich beispielsweise nicht um einen wertvollen echten, sondern um einen niedrigpreisigen Industriediamanten handelt. Das belgische Antwerpen gilt als Welthauptstadt des Diamantenhandels. Von der dort ansässigen IGI oder HRD ausgestellte Diamantenzertifikate sind über jeden Zweifel erhaben. Zudem sind Interessenten immer gut beraten, wenn sie Diamanten von vertrauenswürdigen und eingesessenen Händlern und Juwelieren erwerben. Anders als etwa beim Gold-Fixing gibt es bei Diamanten auch keinen geregelten Markt und damit weder Preisfindung noch Preisbindung.  Der Diamantenpreis ist also weitgehend eine Frage des Expertenwissens und des Verhandlungsgeschicks.  Detailliertere Informationen über den Erwerb von Diamanten lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema Cedex Diamantenbörse. Wer in Deutschland einen Anlage-Diamanten erwirbt, muss dafür 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen. In der Schweiz werden dagegen nur 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig und in Hongkong und Dubai unterliegt der Diamantenkauf nicht der Mehrwertsteuerpflicht. Wer allerdings im nicht EU-Ausland Diamanten als Geldanlage kauft, muss bei der Einfuhr nach Deutschland eine sogenannte Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Diese ist mit 19 Prozent genauso hoch wie die Mehrwertsteuer. Folglich macht es letztlich keinen Unterschied, wo der Diamant eingekauft wurde. Damit unterscheidet sich der Diamantenerwerb übrigens auch vom Anlagegoldkauf, bei dem wird nämlich gar keine Mehrwertsteuer fällig.

Noch gilt sie, die einfach zu handhabende Abgeltungssteuer für sämtliche Rohstoff-Anlagen

Seit der 2009 erfolgten Einführung der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge werden laufende Erträge aus Anteilsscheinen (darunter fallen auch Rohstoff-Aktien, -Zertifikate und –Fonds) steuerlich gleich behandelt. Sie werden allesamt mit einem pauschalen Abgeltungssteuersatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie evtl. Kirchensteuer besteuert. Gleiches gilt für aus Zertifikaten resultierende, realisierte Verluste. Die dürfen bei der Steuererklärung von den Gewinnen vollständig in Abzug gebracht werden. Betroffen davon sind auch Zertifikate, die nach dem 30.06.2009 veräußert wurden. Für sie fallen ebenfalls 25% Abgeltungssteuer an. Fragt sich nur wie lange diese Regelung noch gilt, denn über die Sinnhaftigkeit der Abgeltungssteuer läuft seit zwei Jahren eine zunehmend verbissen geführte politische Diskussion – mit ungewissem Ausgang.