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Fernstudium zum Steuerberater

Wer die Zugangsvoraussetzungen zum Steuerberater erfüllt, der kann bei seiner örtlich zuständigen Steuerberaterkammer die Zulassung zur Steuerberaterprüfung beantragen – jedoch sollte man die Steuerberaterprüfung nicht leichtfertig oder ohne gewissenhafte Vorbereitung antreten, denn sie gehört, wie auch das zweite Staatsexamen für Juristen, zu den schwersten Prüfungen mit einer der höchsten Durchfallquoten.

Fernstudium zum Steuerberater

Damit die Vorbereitung auf die Prüfung zum Steuerberater optimal erfolgen kann, wird seitens verschiedener Anbieter ein Lehrgang zum Steuerberater angeboten – wichtig hierbei ist, dass es an sich kein Studium oder Fernstudium zum Steuerberater gibt, sondern es sich hierbei stets um reine vorbereitende Lehrgänge handelt. Am Ende dieser Lehrgänge steht somit, im Gegensatz zu anderen Studiengängen oder Lehrgängen, nicht die endgültige Prüfung zum Steuerberater nach deren Bestehen man sich als Steuerberater niederlassen kann.

Denn: Die Prüfung zum Steuerberater an sich wird nur von der Steuerberaterkammer angeboten und abgehalten – nur deren Bestehen ermöglicht es sich infolge als Steuerberater niederzulassen. Diese kann prinzipiell auch ohne ein vorbereitendes Fernstudium angetreten werden. Angesichtes der Schwierigkeit und nur 3 möglichen Versuchen, diese antreten zu können, empfiehlt sich dies aber nur für sehr erfahrene Prüfungsteilnehmer, die aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung mit keinem der abgefragten Themenschwerpunkte Probleme haben dürften.

Diese Vorbereitung muss nicht vor Ort bei einem Anbieter (z. B. einem bereits zugelassenem Steuerberater oder an der VHS und anderen Bildungseinrichtungen erfolgen) erfolgen, sondern kann auch im Fernstudium abgeschlossen werden. Ein Fernstudium bietet sich immer dann an, wenn es aus zeitlichen Gründen, z. B. bei einer Berufstätigkeit, nicht möglich ist, einen wochenweisen Steuerberaterlehrgang oder am Wochenende voll nachzukommen.

Unterschiedliche Fernstudiengänge

Es ist bei einem Fernstudium zum Steuerberater im Vorfeld wichtig, was überhaupt von welchem Anbieter eines Fernstudiums angeboten wird – denn je nachdem, vor allem bei preisgünstigen Lehrgängen, werden nur Lehrbriefe und Fachbücher angeboten, die an den Studienteilnehmer verschickt werden oder aber auch Fernstudiengänge, welche inhaltlich mit einem Wochenlehrgang oder Wochenendlehrgang gleichzusetzen sind.

Bei einem Fernstudium gibt es im Grunde 3 verschiedene Angebote:

– Fernstudium mit Lehrbriefen und Fachliteratur,
– Fernstudium mit Lehrbriefen, Fachliteratur, sowie einem virtuellem Klassenzimmer und ggfs. virtuellen Klausuren und
– Fernstudium mit Lehrbriefen, Fachliteratur und Präsenzveranstaltungen und Präsenzklausuren / Testklausuren

Der Unterschied zwischen diesen 3 Varianten ist nicht nur preislich, sondern auch qualitativ gegeben: Ein Fernstudium, welches nur aus Lehrbriefen und Fachliteratur besteht richtet sich vor allem an erfahrene und sichere Teilnehmer, welche lediglich Grundlagen und Testgebiete für die Steuerberaterprüfung der Kammer auffrischen wollen – es beinhaltet selten Kontrollen des erlernten Wissens durch Dritte. Ein mögliches Risiko kann bei diesen preisgünstigen Studiengängen darin bestehen, dass Lernfehler oder Verständnisfehler nicht durch eine Kontrollinstanz erkannt und berichtigt werden können.

Das Fernstudium mit einem virtuellen Klassenzimmer und virtuellen Präsenzklausuren mit einem Zeitlimit bietet diese Kontrollmöglichkeit, jedoch schlägt sich dies auch in einem höheren Preis nieder. Die bestmögliche Art der Vorbereitung für angehende Steuerberater stellt nach wie vor das Fernstudium mit Präsenzklausuren und Testprüfungen vor Ort dar – in diesem Fall wird das Wissen anhand von Lehrbriefen zuhause angeeignet und im Rahmen von Testklausuren an einem vorgegebenen Prüfungsort überprüft. Am Abschluss dieses Fernstudiums zum Steuerberater stehen auch eine oder mehrere Testprüfungen an, welche die tatsächliche Prüfung durch die Steuerberaterkammer simulieren sollen.

Kosten für ein Fernstudium zum Steuerberater

Der unterschiedliche Umfang der angebotenen Fernlehrgänge schlägt sich natürlich auch im Preis nieder – es gilt: je umfassender, desto teurer wird es. Vor allem eine persönliche Betreuung (ähnlich wie in einem Lehrgang vor Ort) und die simulierte Testprüfung machen ein Fernstudium zum Steuerberater erst teuer. Aus unserer Erfahrung ist aber vor allem die simulierte Prüfung einer der essentiellen Bestandteile, die bei einem Steuerberaterlehrgang nicht fehlen sollten.

Für ein Fernstudium zum Steuerberater ist bei einem Fernstudium bestehend:
– aus Lehrbriefen mit ca. 600 Euro,
– aus Lehrbriefen und virtuellen Klausuren / virtuellem Klassenzimmer ca. 1.200 Euro,
– aus Lehrbriefen, Testklausuren und simulierter Prüfung mit ca. 3.000 – 4.000 Euro
zu rechnen.

Ein Fernstudium zum Steuerberater, welches alles abdeckt, ist so preislich kaum günstiger als ein Lehrgang bzw. Vollkurs vor Ort und bietet lediglich den Vorteil, dass man zeitlich weitaus weniger stark gebunden ist.

Wichtig: Die meisten Anbieter decken mit einem Fernstudium wie auch bei einem Lehrgang vor Ort nur einen Prüfungsschwerpunkt ab – also entweder die schriftliche oder die mündliche Prüfung und nicht beide Teilgebiete der Steuerberaterprüfung! Das heißt, dass für jedes Teilgebiet ein gesonderter Fernlehrgang abgeschlossen werden sollte – im Fall der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung zum Steuerberater sollte jedoch nach Möglichkeit ein Lehrgang vor Ort, wenn auch nur am Wochenende, besucht werden.

Sind simulierte Prüfungsbedingungen wirklich so wichtig?

Man darf die Prüfungsbedingungen an einem fremden Ort mit einem Zeitlimit und in einer ungewohnten Umgebung nicht unterschätzen – denn was sich in den eigenen 4 Wänden mangels Stress und Drucks noch einfach gestaltet, kann sich vor allem bei unsicheren Teilnehmern als ein gravierender Nachteil herausstellen.

Selten ist die anspruchsvolle und thematisch sprunghafte Fragestellung das Hauptproblem in der schriftlichen sowie mündlichen Prüfung der Steuerberaterkammer, sondern das sehr eng gesetzte Zeitlimit, welches es oft nur den Teilnehmern eine vollständige und korrekte Bearbeitung der Prüfungsfragen erlaubt, welche nicht unter Zeitdruck aufgrund von Nervosität oder Unbehagen angesichts der Prüfungssituation an sich geraten.