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Wetten dass …. es auch eine Steuerpflicht für Sportwetten gibt!

Das Sportwetten steuerpflichtig sind, ist zumindest den wettbegeisterten Menschen mittlerweile hinlänglich bekannt. Die diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen sind im Rennwett- und Lotteriegesetz, Abkürzung: RennwLottG oder auch RWLG, verankert.

Dieses deutsche Steuergesetz hat seine Zuständigkeit im Bereich der Besteuerung von Wetteinsätzen sowohl bei Pferderennen als auch Lotterien und Sportwetten. Unter letztere fallen Wetten, die das Setzen von Geld auf ein Sportergebnis wie beispielsweise den Gewinner eines Pferderennens oder Boxkampfes oder auch eines Fußballspieles beinhalten.

Während in Deutschland heutzutage Wetteinsätze vermehrt auf Fußballereignisse zum Einsatz kommen, erfreuen sich in den Vereinigten Staaten von Amerika Baseballspiele und American Football größter Beliebtheit. In Großbritannien wird gerne bei Hunderennen gewettet, in Abu Dhabi bei Kamelwettbewerben.

Eine der ältesten deutschen Steuerarten: Die Rennwett- und Lotteriesteuer

Die Rennwett- und Lotteriesteuer, welche gleichfalls die Sportwettsteuer beinhaltet, gilt als eine der ältesten deutschen Steuerarten, die noch heute in Gebrauch ist. Lotterien gab es bereits im 15. Jahrhundert, die heutzutage noch immer bestehende Klassenlotterie fand ihren Weg im 18. Jahrhundert von Italien nach Deutschland.

Bereits im Jahre 1881 trat das Reichsstempelgesetz, Abkürzung: RStempelG, in Kraft, das die amtliche Abstempelung der Lotteriescheine zum Zwecke der Reichsstempelabgaben beinhaltete. 10 Jahre wurde dieses Gesetz gleichfalls auf Wettscheine für Pferderennen ausgeweitet. Seit dem Jahre 1922 greift das heutige Rennwett- und Lotteriegesetz, welches bis zum Jahre 2012 nur geringfügigen Änderungen und Anpassungen unterlag.

Im Juni 2012 fand die Verabschiedung des Gesetzes zur Besteuerung von Sportwetten statt, welches erstmalig eine größere Veränderung präsentierte.

Je nach Buchmacher wird der Steuerbetrag zu Wettbeginn oder nach Gewinn abgezogen

Fakt ist heute (Stand: 2015), dass der Geldeinsatz bei Sportwetten ebenso wie bei Lotteriespielen in Höhe von 5 Prozent besteuert wird. Steuerschuldner ist der jeweilige Buchmacher und nicht der Wettende. Bei einem Wetteinsatz von beispielsweise 100 Euro stellt sich somit folgende Rechnung auf:

Wetteinsatz = 100,00 Euro
5 Prozent vom eingesetzten Betrag = 5,00 Euro

Dieser Steuerbetrag von 5,00 Euro ist vom Buchmacher an den Fiskus abzuführen, der diesen jedoch dem Wettkunden zu Laste legt. Hierfür werden in der Regel zwei verschiedene Verfahrensweisen angewendet. Erstere berechnen die Steuer bereits zu Beginn, was eine Verringerung des Wetteinsatzes zur Folge hat. Dies stellt sich wie folgt dar:

Gezahlter Einsatz = 100,00 Euro (Quote 2.00)
Abzug für die Steuer = 5 Euro
Tatsächlicher Einsatz = 95 Euro
Gewinn = 190 Euro

Eine weitere Möglichkeit des Buchmachers besteht darin, die 5%-ige Steuer auf den Bruttogewinn anzurechnen. Beispiel:

Gezahlter Einsatz = 100,00 Euro (Quote 2.00)
Gewinn = 200 Euro
Auszahlung abzüglich 5% des Gewinns = 190 Euro

An vorhergehenden Beispielen wird deutlich sichtbar, dass es für den Wettkunden keinerlei Unterschied darstellt, ob der Buchmacher den abzuführenden Steuerbetrag im Vorhinein oder Nachhinein geltend macht.

Viele Buchmacher ziehen die Legalität ihres Glücksspieles vor

Regelmäßig werden die besten online Buchmacher verglichen, so dass man sich leicht auf dem neusten Stand über die verschiedensten Möglichkeiten halten kann.

Hier finden sich häufig auch Angaben über die Ausweisung einer Steuer des Wettanbieters, ein eventuell weiterer Entscheidungspunkt bei der Auswahl für einen bestimmten Buchmacher.

Wettanbieter, welche keine Steuer ausweisen, sind beispielsweise:

Wie man sieht, gibt es nur noch sehr wenige steuerfreie Anbieter. Diejenigen, welche eine Steuer ausweisen, sind weitaus stärker vertreten:

Ca. 4 Milliarden Euro jährlich werden in Deutschland für Wetteinsätze investiert

Heutzutage stehen eine Vielzahl an Sportwetten zur Verfügung, wobei der Gesamt-Jahresumsatz der Firmen auf der ganzen Welt zwischen 700 Milliarden und einer Billion US-Dollar liegt.

Musste noch vor gar nicht langer Zeit ein Wettbüro aufgesucht werden, um einen Einsatz in bar zu tätigen, wird mehr und mehr online gewettet. Insgesamt erreichen die Einsätze für Wetten in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr etwa vier Milliarden Euro. Einen Vorteil bietet das Internet für Glücksspiele ohne anerkannte Lizenz in Deutschland, denn Online-Buchmacher, welche ihren Sitz im Ausland haben, dürfen ihre Angebote auch bei uns offerieren.

Da der Markt hier nicht liberalisiert ist, besteht trotzdem die Möglichkeit, sich an Glücksspielen um Geld im Internet zu beteiligen. So nutzen viele Anbieter diese rechtliche „Grauzone“, indem sie ihren Firmensitz in ein Land verlegen, das zum einen diesen Markt liberalisiert hat, zum anderen gleichfalls weit niedrigere Steuerabgaben verlangt.