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Zoll: Import und Einfuhrumsatzsteuer – Was muss man zahlen?

Während es früher eher ein Spezialthema war, sehen sich viele Käufer heute relativ häufig mit dem Zoll und der Einfuhrumsatzsteuer konfrontiert. Denn durch das Internet und den leichten Zugang zu günstigen Waren im Ausland, beispielsweise aus den USA, kann man problemlos weltweit einkaufen und dabei eine Menge Geld sparen.

Teuer wird es jedoch meist dann, wenn der Zoll anfängt zu rechnen – denn was zuerst recht billig und günstig war, kann durch den Zoll, die Gebühren und die Einfuhrumsatzsteuer im Nachhinein schnell sehr teuer werden. Die Einfuhrumsatzsteuer wird grundsätzlich immer bei Importen aus dem Ausland fällig.

Bei einem Import aus einem EU Land kann man Glück haben, beispielsweise wenn man günstig in England einkauft, da diese Sendungen in der Regel kaum kontrolliert werden. Trotzdem wäre auch man auch hier zur Zollanmeldung und Zahlung der Gebühren und Einfuhrumsatzsteuer verpflichtet. In diesem Fall würde die Einfuhrumsatzsteuer und die Zollpflicht zwar nicht entfallen, aber mangels Erfassung „schlüpft“ der Einkauf dann durch den Zoll.

Bei einem Import aus einem Nicht EU Land ist dem selten so, vor allem wenn es sich um größere Sendungen handelt, da der Zoll hier immer einen höheren Warenwert vermutet. Zudem werden von den Transportunternehmen die meisten Sendungen bereits bei der Einfuhr beim Zoll angemeldet – vor allem, wenn die Zolldeklaration seitens des Absenders nicht korrekt erfolgte. Daran ändert übrigens auch nicht die Einstufung als „Geschenk“ etwas – auch hier kann der Zoll jederzeit nachkontrollieren.

Die Einfuhrumsatzsteuer muss jedoch nicht immer anfallen – so sind Waren mit einem Wert von unter 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Hier würde die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer und der Zollgebühr einfach mehr Aufwand machen, als damit an Einnahmen für den Staat erzielt werden könnten.

Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht zwar weitestgehend der Mehrwertsteuer, jedoch wird sie nicht nur auf den Warenwert an sich erhoben, sondern auf die kompletten Kosten, das heißt: auch die Transportkosten werden auf den Warenwert aufgeschlagen. Dazu kommen je nach Ware auch die Kosten für den Zoll (Zollgebühren), mögliche Verbrauchsteuern (wenn die Ware diesen unterliegt) sowie die Beförderungskosten, die innerhalb der EU zusätzlich angefallen sind. Auf diesen „Warenpreis“ wird anschließend die Einfuhrumsatzsteuer erhoben.

Beispiel: Robert kauft sich in den USA einen iPod, da der dort 30 % weniger kostet als in Deutschland, zu einem Preis von 200 Euro – dazu kommen Portokosten in Höhe von 40 Euro. Er erhält vom Zoll eine Benachrichtigung, dass das Paket angekommen und verzollt werden muss – was muss Robert an Zoll bezahlen?

Der Zoll errechnet zuerst den Warenwert, der sich aus dem Preis und den Transportkosten zusammensetzt, also 240 Euro. Da es sich bei einem iPod aus Sicht des Zolls um einen mp3 Player ohne Abspielmöglichkeit handelt, wird ein Zoll von 4,5 % fällig, also 250,80 Euro. Für einen mp3 Player wird keine Verbrauchssteuer fällig. Anschließend wird darauf die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % erhoben – Robert muss also 58,45 Euro an Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, also knapp 24,36 % mehr, zahlen.

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2 Kommentar(e) zu diesem Artikel

  • Nietzschean schrieb am 6. Juli 2013:

    „Bei einem Import aus einem EU Land kann man Glück haben, beispielsweise wenn man günstig in England einkauft, da diese Sendungen in der Regel kaum kontrolliert werden.“

    Das hat nichts mit Glück zu tun, sondern damit, dass, bis auf wenige Ausnahmen, innerhalb der EG kein Zoll oder EUSt. fällig wird.

    http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Einfuhrumsatzsteuer/Geltungsbereich/geltungsbereich_node.html

  • Margareta Heger schrieb am 3. Februar 2016:

    was muss ich zoll zahlen, für einen elektro rollstuhl aus großbritanien, den ich mir nach nürnberg schicken lasse über ebay? danke